Und wenn sich der Mensch mühsam seine Position gegenüber den Göttern, gegenüber den Mächten des Schicksals und der Tyrannei erkämpft hat, sich der Kreislauf der Gewalt aber nicht beenden lässt: Ist er dann vielleicht einem Irrtum aufgesessen? Die Welt scheint etwas verloren und bis heute nicht wiedergefunden zu haben: Die Grenze, oder das Gleichgewicht, welches das Leben bestimmen sollte. In der Antiken Tragödie gibt es für diese ausweglosen Situationen den "Deus ex machina", den Gott, der mit Hilfe einer Bühnenmaschinerie auftaucht, wenn tragische Konflikte sich nicht mehr Kraft menschlicher Handlung lösen ließen. Es scheint, als gäbe es diese Sehnsucht nach Hilfe von außen oder oben noch immer. (Dramaturgie Münchner Kammerspiele)